Die Kunst der Fuge

In Tianjin bauen wir eine neue Fabrik. Die Fassade der beiden Gebäude wird mit Naturstein verkleidet, und zwar in diesem Falle mit einem grauen Granit, wie wir ihn in der Firma EUROIMMUN überall auf dem Fußboden verlegen.

Wenn man sich etwas umsieht, findet man bei Steinfassaden häufig Verschmutzungen im Bereich der Fugen, gleichgültig ob die Fugen mit Mörtel oder Silikon ausgefüllt sind oder ob sie offen stehen. Das kommt daher, dass sich auf den oberen Stoßkanten der Steinplatten Staub absetzt, der bei Regen herausgespült wird. Dadurch entstehen dann im Bereich der Fugen hässliche Verzierungen und zwar meistens als unregelmäßige Bordüren nach unten hin, manchmal allerdings auch diffusionsbedingt nach oben und nach den Seite.

 

 

 

 

In Tianjin probieren wir etwas Neues aus: Die Granitplatten werden schräg geschnitten, sodass sich auf der oberen Stoßkante kein Schmutz absetzen kann. Die Fugen verlaufen vom Baukörper weg schräg nach unten. Man braucht sie nicht mit Mörtel oder Silikon auszufüllen, weil der Regen nach außen abläuft. Mit der neuen Offenheit“ erreicht man auch eine gute Hinterlüftung, und es staut sich keine Nässe im Mauerwerk. Wir rechnen damit, dass die Fassade lange sauber bleibt und unser Beispiel Schule macht.

 

Weiterhin wird durch die erfindungsgemäßen Verblendsteine ein besonders einheitliches und schönes Fugenbild geschaffen. Ob der Zweck erfüllt wird, muss sich erst noch erweisen: Wir lassen zwei oder drei Jahre lang Staub, Regen und Frost einwirken und werden dann das Resultat präsentieren.

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