Sauerkirschen entsteinen: Zangengeburt

Die Sauerkirschen-Saison ist bald zu Ende, es ist höchste Zeit, dass wir unsere Methode offenlegen, wie man diese Früchte entsteint, ohne dass sie ihre Form und ihren Saft verlieren.

Von zwei Seiten durchlöcherte Kirschen sehen hässlich aus, und sie verlieren ihren Saft. Wir extrahieren den Kern von einer Seite, wie ein Zahnarzt einen locker gewordenen Schneidezahn. Dabei verwenden wir eine schmale Pinzette und gehen mit geschlossenen Branchen bis an den Nabel, spreizen die Branchen auf Kirschkernbreite und schieben sie über den Kern, dann drücken wir zu und ziehen ihn unter leichtem Drehen heraus. Mit etwas Übung geht das ebenso schnell wie bei den herkömmlichen, alternativen Verfahren. Das entstehende Loch ist enger als der Kern, weil die Haut der Kirsche elastisch ist.

Entsteinte Kirschen, nabelseitig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kirschen sind schön prall und saftig (Beitragsbild). Ein nie gekannter Genuss! Mischt sie zum Beispiel mit Zucker und Crème fraiche oder gebt sie in einen Obstsalat.

Guten Appetit!

3 Kommentare zu “Sauerkirschen entsteinen: Zangengeburt

  1. Lieber Herr Stöcker,
    noch ein kleiner Nachtrag ….. Die CRISPR/Cas Methode wird bald kernlose Kirschen hervor bringen, die dann auch nicht mehr von Bienen bestäubt werden müssen. Das gehört dann auch zur “schönen” neuen Welt.
    Liebe Grüße
    Siegmar

  2. Lieber Herr Stöcker,
    mal wieder eine gute Idee zum Nachdenken. Es gibt sogar spezielle Kugelpinzetten , die eventuell den Kern besser greifen, um schneller arbeiten zu können. In der nächsten Erntesaison werde ich dies auch einmal testen.
    Wünsche noch einen schönen Tag
    mit lieben Grüßen aus der Pfalz
    Siegmar

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