Undank ist der Welt Lohn

Adventsansprache in der Gollanwerft Lübeck, 10. 12. 2018

 

Liebe Kollegen!

Es ist mir eine Freude, heute verkünden zu können, dass viele von uns meinem Aufruf vom letzten Jahr gefolgt sind und Kinder in die Welt gesetzt haben. Ein schönes Motto für den Advent: Lasset die Kindlein zu mir kommen! Es waren im laufenden Jahr bis jetzt 92, elf davon waren in der Mehrzahl „ungesetzlich“, also solche, deren beide Eltern sich in unserer Firma kennengelernt haben. Sie entstammen also Beziehungen, die ein paar Dummköpfe verbieten wollen. Aber ich halte nichts davon, dass sich Moralapostel in unsere Privatangelegenheiten einmischen und uns vorschreiben wollen, wen wir lieben dürfen und wen nicht.

Über meine Ansprache vor einem Jahr haben sich extern ein paar Leute aufgeregt, unter anderem hat die Lübecker Klatschpresse es mit ihrer Hetze erreicht, die Universität gegen mich aufzubringen, die mir dann am liebsten meine Titel aberkennen wollte, widerrechtlich. Und an unsere neuen Freunde in Boston hat die Universität geschrieben, man solle mich doch aus EUROIMMUN hinauswerfen! Denunzianten! Sie glauben, Moral und Recht seien auf Ihrer Seite. Das haben die Leute früher auch geglaubt, als sie hochverdiente Universitätsmitglieder jüdischer Abstammung auf die Straße gesetzt haben.

Ganz vergessen haben sie, dass ich vor ein paar Jahren den EINZIGEN maßgeblichen Beitrag zum Erhalt der Lübecker Universitätsmedizin geleistet habe, als die Landesregierung sie 1912 schließen wollte. Damals war Ministerpräsidenten Carstensen mit einer Schautafel herumgereist, auf der er die jährlichen 25 Millionen EURO Verlust der Lübecker Universitätsmedizin demonstrierte, die er mit seinem Coup einsparen wollte. Ich konnte ihm aufzeigen, dass allein unser Unternehmen dem Land diesen Verlust mehrfach kompensieren würde, wenn sich die Firma EUROIMMUN keinen neuen Wissenschafts-Standort suchen muss, sondern weiter in Lübeck expandiert.

Der erste, den Herr Carstensen unmittelbar nach seinem maßgeblichen Gespräch mit Frau Schavan in Berlin angerufen und über die Rücknahme seiner Entscheidung informiert hat, voller Erleichterung, war nicht der Herr Präsident der Lübecker Universität, sondern der Vorstandsvorsitzende der EUROIMMUN AG. Und ich habe meine Ankündigungen wahrgemacht: Allein letztes Jahr haben wir Deutschlands Norden mit einem Geldregen von mehr als dreihundert Millionen EURO Steuern überschüttet!

Ich leide schwer an der Diktatur des Mittelmaßes, die sich in unserem Lande breitgemacht hat, wende mich dagegen und werde dafür kritisiert. Aber ich betrachte es als meine Pflicht, der Dummheit etwas entgegenzusetzen und mache Gebrauch von meinem wachen Verstand, im Gegensatz zu manchem akademischen Rentner. Danke dass Ihr, meine Kollegen, mir geholfen habt, die Kritik zu ertragen, indem Ihr mir dieses Jahr so besonders freundlich begegnet seid, ich glaube, noch mehr als je. Ein Glück zu sehen, wie Ihr so gar kein Spiegelbild des Mittelmaßes abgebt, der sich in Deutschland breitgemacht hat.

Unser erstes Jahr unter der Ägide der Firma PerkinElmer haben wir erfolgreich überstanden, haben viele neue Erfindungen angemeldet und auf den Weg gebracht, ein neues Gebäude in Dassow eingeweiht, nächstes Jahr werden Selmsdorf und Tianjin bezogen, das Umsatzvolumen ist in steter Gewohnheit gewachsen, diesmal um 13%. Danke für Euren maßgeblichen Beitrag zu unserem Fortschritt. Ich wünsche eine schöne friedliche Weihnachtszeit.

Nachtrag:

Die Universität lässt ihren Sprecher Herrn Labahn behaupten, es bestünden keine Kooperationen mehr (wir finanzierten Anfang dieses Jahres 14 Stellen im Rahmen verschiedener Kooperationsprojekte, mit einem zugewendeten Volumen von über einer Million EURO im Jahr) oder ich persönlich wäre nicht an der Ausbildung der Studenten beteiligt, dabei war und bin ich maßgeblich an der Betreuung einer großen Zahl von Master-, Bachelor- und Doktorarbeiten beteiligt. Mit unserer wissenschaftlichen und technologischen Leistungskraft brauchen wir uns übrigens hinter keinem Institut der Lübecker Universität zu verstecken, mein eigenes Publikationsverzeichnis findet man unter www.winfried-stoecker.de.

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